FAQ

Fragen in der Rubrik "Partner":

Wer sind institutionelle Partner?

Für wie lange soll eine Partnerschaft eingegangen werden bzw. ist während der Laufzeit ein Wechsel möglich?

Wie viele Partner bilden ein Ludwig Boltzmann Institut?

Was ist der Nutzen der Partner?

Wie soll die Rolle der Partner gestaltet sein?

Wie werden die Partner in das Ludwig Boltzmann Institut integriert?

Was heißt forschungsdurchführende und was forschungsanwendende Organisationen und wie sollte das Verhältnis zwischen diesen Partnern sein?

Können sich auch Organisationen aus dem Ausland als Partner beteiligen?

Inwieweit ist eine Verknüpfung der Ludwig Boltzmann Institute mit der Industrie erwünscht?

Sind seitens der Ludwig Boltzmann Gesellschaft ministerielle Partner erwünscht?

Wie verbindlich sind die geforderten Letters of Intent?

Muss von jeder Partnerorganisation ein Letter of Intent vorliegen, der von der/den vertretungsbefugten Person/en der jeweiligen Organisationen unterschrieben ist?

Können Privatpersonen oder Einzelunternehmer einen finanziellen Beitrag leisten bzw. Ihre Expertise einbringen?

Kann ein Partner auch nur Expertise einbringen?

Ist der Beitrag eines Partners steuerbegünstigt?




Antworten:

Wer sind institutionelle Partner?

Institutionelle Partner sind keine natürlichen Personen, sondern ausschließlich Institutionen - wie etwa wissenschaftliche Einrichtungen, Non Profit Organisationen, Institutionen im öffentlichen Bereich oder Unternehmen. Wissenschaftlich qualifizierte Personen aus diesen Institutionen sollen das Forschungsprogramm gemeinsam entwickeln. Dabei ist das Einvernehmen mit den nach außen hin Vertretungsbefugten herzustellen, da letztere in Form von „Letters of Intent“ die Absichtserklärung zur Kooperation im Rahmen eines Ludwig Boltzmann Instituts abgeben müssen.



Für wie lange soll eine Partnerschaft eingegangen werden bzw. ist während der Laufzeit ein Wechsel möglich?

Je längerfristig die gemeinsamen Ziele auch gemeinsam verfolgt werden, desto nachvollziehbarer wird das Forschungsprogramm und der daraus gezogene Nutzen. Die Partner sollen längerfristig aber zumindest für vier Jahre in das Forschungsprogramm involviert sein; daher umfassen auch die Letters of Intent den Zeitraum über die ersten vier Jahre. Es muss nicht jeder Partner in allen vier Jahren Beiträge leisten, die Finanzierung muss jedoch für diesen Zeitraum dargestellt werden können.

Der mit den Partnern abzuschließende Vertrag zur Einrichtung eines Ludwig Boltzmann Instituts wird zu Beginn auf vier Jahre abgeschlossen - mit Vereinbarung einer Verlängerung auf weitere drei Jahre bei positiver Mid-term-Evaluierung. Sollte während der Laufzeit des Instituts eine Änderung auf Seiten eines Vertragspartners eintreten, hat der Partner die Möglichkeit zur Kündigung. Ein Wechsel im Verlauf der sieben Jahre des Ludwig Boltzmann Institutes ist also möglich; in diesem Fall muss eine Ergänzung gesucht bzw. das Forschungsprogramm an die neuen Gegebenheiten angepasst werden.



Wie viele Partner bilden ein Ludwig Boltzmann Institut?

Es müssen neben der Ludwig Boltzmann Gesellschaft mindestens drei institutionelle Partner an dem Forschungsprogramm mitwirken und in das Institut eingebunden sein. Bei der Anzahl der Partner kommt es auf die Anzahl der Rechtsträger an: Beispielsweise gelten zwei Institute einer Universität nur als ein Partner, zwei Institute von verschiedenen Universitäten gelten als zwei Partner.



Was ist der Nutzen der Partner?

Je nach Partnerorganisation wird der Nutzen in unterschiedlichen Ausprägungen bestehen: in der Ausweitung der Forschungsbasis, im Zugang zu einer breiteren Wissensbasis, in der Karriereperspektive für Jungforscher, in Managementerfahrung, im Reputationsgewinn, in der Ausweitung des finanziellen Spielraumes, in der Risikoteilung etc.



Wie soll die Rolle der Partner gestaltet sein?

Die Partner sollen nicht nur reine Geldgeber sein, sondern das Forschungsprogramm und die Forschungsaktivitäten aktiv mitbestimmen, sie sollen von der Sache berührt sein und großes Eigeninteresse haben.



Wie werden die Partner in das Ludwig Boltzmann Institut integriert?

Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft GmbH schließt als „Trägerin“ der Ludwig Boltzmann Institute mit allen Partnerorganisationen eines Instituts einen Kooperationsvertrag („Vertrag zur Einrichtung eines Ludwig Boltzmann Instituts“) ab, in dem die Rechte und Pflichten der Partner definiert werden. Die Rechtsform der Partnerorganisation wird dadurch in keiner Weise berührt.

In dem Vertrag zur Einrichtung eines Ludwig Boltzmann Instituts wird ein Board eingerichtet, in dem alle Vertragspartner vertreten sind. In diesem Board werden die wichtigsten Entscheidungen getroffen – wie etwa Änderungen des Forschungsprogramms, Aufnahme neuer Partner etc. Weiters wird in dem Vertrag die Einrichtung eines wissenschaftlichen Beirats geregelt, deren Mitglieder von den Partnern nominiert werden.



Was heißt forschungsdurchführende und was forschungsanwendende Organisationen und wie sollte das Verhältnis zwischen diesen Partnern sein?

Forschungsdurchführende Organisationen befinden sich typischerweise im Bereich der Grundlagenforschung, beispielsweise Universitäten. Forschungsanwendende Organisationen befinden sich etwa in der Humanmedizin typischerweise im Bereich von Krankenhäusern. Jede Organisation braucht, um Fragen beantworten zu können, Wissen aus beiden Bereichen. Der Grundlagenforschung fehlt oft der Blick in Richtung Umsetzbarkeit, der Anwendung wiederum erprobte Basiskenntnisse. Das Verhältnis zwischen den Partnern im Hinblick auf Forschungsdurchführung und -anwendung hängt von der Thematik ab; für die Gutachter soll ein ausgewogenes Verhältnis zwischen akademischer Anbindung und Ergebnisorientierung erkennbar sein



Können sich auch Organisationen aus dem Ausland als Partner beteiligen?

Organisationen aus dem Ausland sind möglich und erwünscht, sofern dadurch ein wechselseitiger Nutzen entsteht und die Partnerschaften dem Fortkommen eines Ludwig Boltzmann Instituts dienlich sind. Aufgrund der öffentlichen Mittel sollten das strategische Zentrum und der Großteil der Wertschöpfung allerdings in Österreich sein. 



Inwieweit ist eine Verknüpfung der Ludwig Boltzmann Institute mit der Industrie erwünscht?

Eine Verknüpfung mit der Industrie ist erwünscht. Aufgrund der hohen Basissubvention werden die Kooperationen allerdings eher im Bereich der industriellen Grundlagenforschung gesehen.



Sind seitens der Ludwig Boltzmann Gesellschaft ministerielle Partner erwünscht?

Ministerien sind erwünscht – vor allem als Partner, die sich mittelfristig an einem Ludwig Boltzmann Institut beteiligen.



Wie verbindlich sind die geforderten Letters of Intent?

Die Letters of Intent sind rechtlich nicht einklagbar, stellen durch die Unterschrift des Zeichnungsberechtigten jedoch eine eindeutige Absichtserklärung dar.



Muss von jeder Partnerorganisation ein Letter of Intent vorliegen, der von der/den vertretungsbefugten Person/en der jeweiligen Organisationen unterschrieben ist?

Ja, es muss von jeder Partnerorganisation ein von der/den vertretungsbefugten Person/en unterzeichneter Letter of Intent vorliegen und es muss ein Nachweis für die Zeichnungsberechtigung etwa in Form eines Firmenbuch- oder Vereinsregisterauszugs beigelegt werden. Dies soll eine stabile Grundlage für die Partnerschaften gewährleisten. Für den Letter of Intent ist ausschließlich das dafür vorgesehene Formular zu verwenden, das auf dem Briefpapier der Partner zu drucken ist. Das Formular ist gemeinsam mit den weiteren Antragsunterlagen im geschützten Bereich auf der Homepage zu finden, zu der man nach Anmeldung/Registrierung gelangt.

Sollte der Letter of Intent eines in den Antrag involvierten Partners nicht rechtzeitig vorgelegt werden können, ist dies zu begründen. Bei nachvollziehbarer Begründung kann von Seiten der Ludwig Boltzmann Gesellschaft eine Nachfrist bis Ende April gesetzt werden. Sollte bis dahin kein Letter of Intent nachgereicht worden sein, wird die betreffende Organisation kein institutioneller Partner. Über die Durchführbarkeit des geänderten Forschungsprogramms aufgrund des Wegfalls dieses Partners entscheidet die Jury.



Können Privatpersonen oder Einzelunternehmer einen finanziellen Beitrag leisten bzw. Ihre Expertise einbringen?

Privatpersonen oder Einzelunternehmer können prinzipiell einen finanziellen Beitrag leisten; ein „Mäzen“ ersetzt aber nicht eine Partnerorganisation, da die Partnerorganisationen nicht ausschließlich Geldmittel einbringen sollen, sondern auch ihr spezifisches Know-How, das zum Vorteil dieses Forschungsprogramms genützt werden kann. Jeder Partner soll einen essentiellen Beitrag zum Institut leisten; andernfalls er nicht als Partner sondern als Sponsor oder Drittmittelgeber fungieren soll. Privatpersonen, die ihre Expertise einbringen, können zum Beispiel als Mentoren eingebunden werden.



Kann ein Partner auch nur Expertise einbringen?

Auch hier gilt, dass jeder Partner einen essentiellen Beitrag leisten soll. Es ist zu hinterfragen, ob das Forschungsprogramm auch ohne diesen spezifischen Partner durchgeführt werden kann. Sollte dies nicht der Fall sein, ist allenfalls die eingebrachte Expertise monetär zu bewerten und als In-kind-Leistung einzubringen.




Ist der Beitrag eines Partners steuerbegünstigt?

Der Beitrag eines Partners ist als Ausgabe zu berücksichtigen; es handelt sich nicht um eine steuerbegünstigte Spende.