FAQ

Fragen in der Rubrik "Personal":

Was versteht man unter hauptamtlicher Leitung?

Warum sehen die Richtlinien eine hauptamtliche Leitung vor?

Ist eine Trennung zwischen wissenschaftlicher und administrativer Institutsleitung möglich bzw. kann eine stellvertretende Institutsleitung ernannt werden?

Sind Nebenbeschäftigungen bzw. insbesondere Lehrtätigkeiten der Leitungsperson möglich?

Müssen hauptamtliche Leiterinnen oder Leiter und Key Researcher namentlich schon genannt werden?

Für wie lange werden die Anstellungsverträge abgeschlossen?

Ist es möglich, dass Personen, die bisher noch keine Führungspositionen eingenommen haben (aus der „2. Reihe"), die Leitung eines Ludwig Boltzmann Instituts übernehmen?

Gibt es für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Gehaltsschema?

Müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausschließlich am Institut beschäftigt sein?

Wie sollte in etwa das Verhältnis Teilzeit-/Vollzeitbeschäftigung des Ludwig Boltzmann Instituts aussehen, um einerseits eine realistische personelle Lösung zu ermöglichen und andererseits nicht zu lange Kommunikationswege zu verursachen?

Kann eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter an verschiedenen Standorten tätig sein?

Was heißt 10 bzw. 15 Vollzeitäquivalente?

Zählen auch Personen mit freien Dienstverträgen und Werkverträgen zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und somit zu den Vollzeitäquivalenten?

Wie werden die von einem Ludwig Boltzmann Institut wahrzunehmenden Aus- und Weiterbildungsaufgaben bewertet?

Ist die Beschäftigung von Diplomanden bzw. Doktoranden gewünscht?

Was versteht man unter Arbeitskräfteüberlassung und ist dafür eine Gewerbeberechtigung notwendig?




Antworten:

Was versteht man unter hauptamtlicher Leitung?

Die hauptamtliche Leitungsperson soll vollzeit und ausschließlich bzw. zu einem weit überwiegenden Teil für das Ludwig Boltzmann Institut tätig sein und Angestellte/r der Ludwig Boltzmann Gesellschaft sein; auch für die Key Researcher wird das empfohlen.

Die Leitungsfunktion beinhaltet vor allem den wissenschaftlichen Bereich aber auch die Managementaufgaben und wird durch ein angemessenes Entgelt vergütet. Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft gibt kein Gehaltsschema vor, das Gehalt wird mit allen Partnern einvernehmlich abzustimmen sein. Eine Habilitation ist keine Voraussetzung.




Warum sehen die Richtlinien eine hauptamtliche Leitung vor?

Aufgrund der Größe eines neuen Ludwig Boltzmann Instituts und der Komplexität des Programms ist es notwendig, dass sich eine Person ausschließlich diesem Aufgabenbereich widmet. Ein neues Ludwig Boltzmann Institut erfordert eine Führungskraft, welche in der Lage ist, nach innen und nach außen identitätsstiftende Maßnahmen zu setzen. Das Institut soll eine eigenständige Einheit sein, die sich durch Ihre Identität und Ihr Profil von den Partnerorganisationen abhebt.



Ist eine Trennung zwischen wissenschaftlicher und administrativer Institutsleitung möglich bzw. kann eine stellvertretende Institutsleitung ernannt werden?

Der/die Institutsleiter/in ist für das gesamte Institut verantwortlich; eine Teilung in wissenschaftliche und administrative Leitung ist aufgrund der Größe eines Ludwig Boltzmann Instituts nicht sinnvoll. Der/die Institutsleiter/in trägt die Verantwortung; die interne Aufgabenteilung bzw. die Einrichtung einer stellvertretenden Institutsleitung für Zeiten seiner/ihrer Abwesenheit obliegt dem/der Institutsleiter/in.



Sind Nebenbeschäftigungen bzw. insbesondere Lehrtätigkeiten der Leitungsperson möglich?

Nebenbeschäftigungen sind genehmigungspflichtig und werden bei der Leitungsperson nur in begründeten Fällen und sehr geringerem Ausmaß akzeptiert. Lehrtätigkeiten sind möglich - sofern sie in geringfügigem Ausmaß sind.



Müssen hauptamtliche Leiterinnen oder Leiter und Key Researcher namentlich schon genannt werden?

Nicht absolut zwingend, es ist aber sicherlich von großem Vorteil, wenn jene Personen, die diese wichtigen Positionen besetzen, namentlich genannt werden. Nur so können die Gutachterinnen und Gutachter die Eignung aufgrund der "Track Records" einschätzen.



Für wie lange werden die Anstellungsverträge abgeschlossen?

Anstellungsverträge werden über den Zeitraum von sieben Jahren befristet abgeschlossen – mit gegenseitiger Möglichkeit zur vorzeitigen Kündigung. Die Institutsleitung kann sich innerhalb der Laufzeit von sieben Jahren ändern, allerdings darf die Leitungsperson nicht von vornherein nur begrenzt zur Verfügung stehen. Eine kürzere Befristung kann zum Beispiel für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorgesehen werden, die nur für eine begrenzte Zeit in das Forschungsprogramm eingebunden werden sollen.



Ist es möglich, dass Personen, die bisher noch keine Führungspositionen eingenommen haben (aus der „2. Reihe"), die Leitung eines Ludwig Boltzmann Instituts übernehmen?

Das ist sehr willkommen. Die Leitung eines Ludwig Boltzmann Institutes kann die Möglichkeit für einen Karrieresprung bieten.



Gibt es für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Gehaltsschema?

Nein, die Gehälter sollen angemessen, marktüblich und mit allen Partnern abgestimmt sein.



Müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausschließlich am Institut beschäftigt sein?

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen derart in das Forschungsprogramm integriert werden, dass sie sich selbst als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter des Ludwig Boltzmann Institutes definieren. Es liegt nicht im Interesse eines neuen Ludwig Boltzmann Institutes und spricht nicht für ein kohärentes Forschungsprogramm, wenn aus den 10 bis 15 Vollzeitäquivalenten 30 Teilzeitbeschäftigte werden, die an verschiedenen Standorten sitzen und deren Kommunikationsebene nicht mehr dargestellt werden kann.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können durch eine Partnerorganisation an das Institut überlassen werden; dies wird als In-kind-Leistung bewertet und in die Finanzierung miteinbezogen. Aus den oben genannten Gründen muss es allerdings das Ziel sein, möglichst viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Vollzeit und als LBG-Angestellte am Institut zu beschäftigen und die von Seiten der Vertragspartner „in-kind" überlassenen Arbeitskräfte möglichst gering zu halten.




Wie sollte in etwa das Verhältnis Teilzeit-/Vollzeitbeschäftigung des Ludwig Boltzmann Instituts aussehen, um einerseits eine realistische personelle Lösung zu ermöglichen und andererseits nicht zu lange Kommunikationswege zu verursachen?

Als Regel gilt, dass einer Vollzeitbeschäftigung der Vorzug zu geben ist. Teilzeitbeschäftigung ist in jenen Fällen möglich, in denen es die inhaltliche Konzeption und strukturelle Stabilität (Kommunikationswege etc.) erlauben.



Kann eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter an verschiedenen Standorten tätig sein?

In Abhängigkeit des Programms, der Partner, der zur Verfügung gestellten Infrastruktur und der auszuführenden Tätigkeiten können mehrere Standorte notwendig sein. Sofern es notwendig oder sinnvoll erscheint, kann eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter auch an mehreren Standorten tätig sein.



Was heißt 10 bzw. 15 Vollzeitäquivalente?

Das heißt, dass so viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Ludwig Boltzmann Institut beschäftigt werden sollen, dass sich vom zeitlichen Ausmaß her 10 bzw. 15 Vollzeitarbeitskräfte ergeben (zwei Halbtagskräfte bilden eine Vollzeitkraft usw.). Diese Richtgröße umfasst allerdings nicht nur akademisches Personal, sondern auch unterstützendes Personal, das zur Abwicklung des Programms notwendig ist - egal mit welcher Qualifikation, beispielsweise Sekretariatskräfte, Techniker etc.



Zählen auch Personen mit freien Dienstverträgen und Werkverträgen zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und somit zu den Vollzeitäquivalenten?

Ja, aber mit gewissen Vorbehalten. Die Kompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter soll innerhalb des Ludwig Boltzmann Instituts aufgebaut und weiterentwickelt werden, es soll eine Perspektive für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geben. Punktuelle Tätigkeiten im Rahmen eines Werkvertrages oder freien Dienstvertrages können oft nicht gleichgesetzt werden mit dem längerfristig angelegten Aufgabenbereich einer echten Dienstnehmerin oder eines echten Dienstnehmers. Die Umsetzung der in den Richtlinien dargestellten Schwerpunkte „Nachwuchsförderung“ und „Personalentwicklung“ kann anhand von echten Dienstverhältnissen eher gewährleistet werden.



Wie werden die von einem Ludwig Boltzmann Institut wahrzunehmenden Aus- und Weiterbildungsaufgaben bewertet?

Auf die Erstellung eines schlüssigen Personalentwicklungsplans für jede einzelne Mitarbeiterin und jeden einzelnen Mitarbeiter wird besonderen Wert gelegt. 



Ist die Beschäftigung von Diplomanden bzw. Doktoranden gewünscht?

Jüngere Wissenschaftlerinnen und Wissenschafter sollten die Perspektive einer Dissertation haben; allerdings soll die Tätigkeit im Ludwig Boltzmann Institut nicht nur zur Durchführung der Dissertation verwendet werden, sondern den Zielen und dem Forschungsprogramm des Instituts dienen und entsprechen. PostDocs sollen eine Perspektive haben, im Zuge ihrer Arbeit im Ludwig Boltzmann Institut ein wissenschaftliches Niveau zu erreichen, das einer Habilitation entspricht. Das Ludwig Boltzmann Institut ist allerdings kein postgraduales Institut, sondern ein Forschungsinstitut, das primär an den materiellen Forschungsergebnissen gemessen wird. Von der allzu üppigen Beschäftigung von Diplomandinnen und Diplomanden sollte eher Abstand genommen werden.



Was versteht man unter Arbeitskräfteüberlassung und ist dafür eine Gewerbeberechtigung notwendig?

Dienstnehmer der Vertragspartner können als sog. „In-kind-Leistung“ dem Ludwig Boltzmann Institut zur Verfügung gestellt werden; das Dienstverhältnis zum Vertragspartner bleibt jedoch aufrecht. Die arbeitsrechtlichen Bedingungen dieser Überlassung werden in einem Arbeitskräfteüberlassungsvertrag zwischen der LBG GmbH und dem Vertragspartner geregelt. Eine Gewerbeberechtigung für die Überlassung an ein Ludwig Boltzmann Institut ist nicht notwendig.